28
Apr
2008

SEKT UND ZITRONENEIS

“Ich kann mir mein Leben auf angenehmere Art versauen” - wütend legt sie den Hörer auf und schnappt sich die letzte Flasche Sekt aus der Kiste. Es reicht mal wieder. Warum setzt alle Welt Ehrgeiz daran, sie zu verkuppeln. Also, nicht für nebenbei mal etwas Nettes, Aufputschendes ... Nee, nee, so richtig und für immer und so. Ist das nun Neid auf nur durch Broterwerb eingeengte Freiheit oder Mitleid hinsichtlich so oft heraufbeschworener Einsamkeit eines späten Singlesdaseins? Oder Angst ... Ein nächste Gedanke gilt dem Latschen, der im Weg liegt. Er bekommt einen Tritt.

Laut fällt die Tür ins Schloss. Sie schaut in den Briefkasten, sortiert Werbeflut von echter Post. Dann schließt sie die Zweizimmerwohnung gleich unterm Dach auf, vor knapp einem Jahr noch Schauplatz ellenlanger Gespräche und nicht enden wollenden Gelächters. Endorphinlastig, alkoholgeschwängert, respektlos. Sie öffnet die Fenster, gießt die Pflanzen, auch die karg beblätterten Strünke, setzt sich auf den zu behütenden Balkon. Nestsitting. Der Single beging Fahnenflucht. Verräter!
Ja, es hätte ein schöner Tag werden können. Sie blinzelt in die Sonne, die sich anstrengt, ihr Gemüt zu besänftigt. Sekt mit Zitroneneis für die Seele, Consuelo fürs Herz und eine komfortable Sonnenliege für den winterkäsigen Körper. Während sie hingebungsvoll in Nußöl, schönen Worten und interessanten Details badet, verbeißt sich Clärchen in ihrem Genick und wird später für einen Sonnenbrand verantwortlich zeichnen. Sie dreht sich auf den Rücken, blickt den nächsten Stunden trotzig ins Gesicht. Alles wird flüssig, das Eis, das Hirn, der Körper. Es tropft Schweiß und süße Träume. Irgendwann geht der Sekt zur Neige und die Sonne weg und es stellt sich erwartungsgemäß der Brand ein. Sie verlässt den Szene.

Na siehst du, war doch mal wieder ein schönes Wochenende, sagt sie später der rotgesichtigen Dame im Spiegel, stellt vorsorglich einen Eimer mit Eiswürfelwasser neben das Bett und nimmt zwei Handtüchern zum Wechseln mit. Am folgenden Morgen wird ihr ein Kater Gesellschaft leisten. Davon will sie jetzt aber noch nichts wissen.

Das Telefon klingelt. Sie ignoriert es.


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