30
Apr
2007

FLIEGEN IST GANZ LEICHT

fluegel_vogels_hi

Früh am Morgen, gleich wenn alle aus dem Haus sind, beginnst du mit den Vorbereitungen. Du nimmst dir ein Kopfkissen. Es muss schon ein neues sein, sonst geht es nicht, weil die Federn schon so verklumpt sind. Dann suchst du Mamas Lieblingspullover, den dünnen mit den Fledermausärmeln und aus der Werkzeugkiste die große Tube mit dem Kleber. Nun kannst du dich ans Werk machen. Sieh zu, dass dich keiner vorzeitig erwischt und dir diesen Traum zerstört. Auf den Pullover musst du nun all die kleinen Federchen kleben, überlappend natürlich, damit sich der Wind auch darunter setzen kann.

Kurz nach dem Mittagessen probierst du das Federkleid an. Wenn es passt und keine Änderungen mehr nötig sind, rufst du die Feuerwehr und kletterst schon mal auf den hohen Kirschbaum in Nachbars Garten. Beeil dich, denn die Jungs mit ihren Helmen sind meist sehr schnell da.
Oben in der Baumspitze angekommen, wartest du, bis sie ihr Sprungtuch ausgebreitet haben und dann schlägst du wie wild mit den Flügeln und springst.
Ist das geil?

Das ganze musst du natürlich machen wenn du gerade mal acht oder zehn Jahre alt bist, sonst geben sie dir Medikamente oder sie sperren dich in eine Irrenanstalt.
Und dann ist der Traum vom Fliegen ein für alle mal ausgeträumt.


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Mr. Spott - 30. Apr, 18:28

Ich liebe flausige Experimente

Aber als Du das versucht hast, hat man doch noch nicht gesagt:"Ist das geil", oder?

Luna in flagranti - 30. Apr, 19:28

Ich weiß, mein lieber Mr. Spott. Ich weiß auch, daß du bereits versucht bist, das Experiment nachzuholen. Aber siehe meine Warnung ... und wenn ich geschrieben hätte: knorke oder klasse oder fetzig oder schick ... wer versteht das denn heute noch? Außerdem kommt es nicht annähernd an 'geil' heran.
Was mir noch dazu einfällt: Elender Verräter!
Mr. Spott - 1. Mai, 23:08

Jetzt wo du es sagst, klingt es wirklich seltsam, dieses klasse, knorke, fetzig usw.
Aber verstehen? Hast du noch immer nicht begriffen, dass von den Schreibern bei twoday kaum einer unter dreißig ist? Die besten Schreiber so um die 40/50 sind und einige sich auch noch mit über 60 an die Sache heranwagen?
Aber ich weiß ja, dass du weißt, dass du es auch nicht anders hättest schreiben sollen.
Das Experiment brauch ich auch nicht zu wiederholen. Nur mir erging es schlechter dabei. Den umgeklappten Regenschirm hat man mir um die Ohren gehauen.
Luna in flagranti - 2. Mai, 02:37

Hm, nö... ich begreife nix. Ich begrapsche alles, weil ich weiblich, blond und gerade mal 160 cm bin. Und das Ding mit dem Regenschirm ... meine Methode war eben besser und ich war schneller.
Franz (anonym) - 1. Mai, 14:16

der traum vom fliegen...mein traum vom fliehen...das ende ist stark...eine überraschung...mehr als erwartet...und erwartungen sind immer da...wo auch leser sind...da denke ich an das schwanenköstum...war es dali?...egal...mein lieblingspullover liegt noch im schrank...dirttes zwischenbrett von oben...ohne federn...als kind bin ich immer runter vom schuppen meiner oma...circa zweizwanzig war der hoch...und ich stand oben...mit meinem bambusrohr und kämpfte gegen imanigäre feinde...keine russen, keine amerikaner, keine chinesen...einfach nur bösartige hinterhältige kämpfer...jeder lag zum ende am boden...musste blutend die niederlage einstecken...heute springe ich nicht mehr...und auch die feinde sind weg und das bambusrohr...keiner weiß wo...den lieblingspullover hatte ich damals noch nicht...den besitze ich erst seit zwei sommern...erinnert mich an jens aus mila in goldene zitronen...aber was soll es...verlaufen kann man sich auch ohne zu springen...oder liege ich da falsch

Luna in flagranti - 2. Mai, 03:00

Ja das stimmt ... Fliegen, sich über alles erheben ist schon auch eine Flucht.

Schuppen spielen auch in meinem Leben eine große Rolle. Für mich war er eine Art Bremsenersatz. Ich war nie sehr groß und das einzige Fahrrad auf dem Hof war nicht meiner Göße entsprechend, gerade erreichte ich mit den Füßen die Pedale. Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, abzusteigen, aber Rücktritt ... ging nicht, weil Beine zu kurz und für die Bremsen die Hände zu klein und noch zu schwach. Also? Ich bin gegen den Schuppen gefahren, um meine wilde Höllenfahrt zu beenden ...

Und verlaufen, verirren, irre laufen ... dazu bedarf es nicht viel, nicht einen Sprung, nichtmal einen Schritt. Ein Stups in die falsche Richtung reicht schon.
Und auch darüber kann man schon wieder endlos philosophieren: ist es nur schlecht, sich zu verlaufen? Aber das hattest du ja auch gar nicht behauptet. Ohne zu springen auf Irrwege geraten und doch so viel gefunden.
FrauvonWelt (anonym) - 1. Mai, 23:03

Ja, das Fliegen. Schwer ist das nicht. Aber die Landung will gut durchdacht sein, sonst können die Flügel schon mal brechen. Was hat der Dürer mit dem Rest des Vogels gemacht?

Mr. Spott - 1. Mai, 23:09

Guten Abend Frau von Welt! Wo man sich doch überall so wiedertrifft...
Luna in flagranti - 2. Mai, 02:43

Liebe Frau von Welt, den Rest hat uns der ehrenwerte Herr Dürer heute zum Grillen angeboten (oder war das Herr Aldi?) Egal, es hatte gemundet ganz wunderbar. Aber vielleicht lag auch beim Herrn Dürer vor Jahr und Tag der Vogel in der Bratröhre und er hatte diesen Flügel seiner Küchenperle gerade noch so abschwatzen können, damit wir uns heute den Kopf zerbrechen können ... was will der Vogel Künstler uns damit sagen ...
Vielen Dank für Ihren Besuch Madame und melden Sie sich doch bitte nächstens etwas eher, ein wenig vom Grillvogel hätten wir allemal für Sie gehabt.
Luna in flagranti - 2. Mai, 02:45

Und an den Mister Spott: Jetzt steigt er schon Frauen von Welt nach! Welch ein Aufstieg. Damals waren es noch willige Missen. Ja, ja ... Mann bekommt eben nie genug ...
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