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    <title>Luna in flagranti</title>
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    <description></description>
    <dc:publisher>Luna in flagranti</dc:publisher>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:date>2008-07-17T10:10:49Z</dc:date>
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    <title>Luna in flagranti</title>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/5064580/">
    <title>Mittwochmorgen</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/5064580/</link>
    <description>(Das Elend tut so, als wäre es der Alltag. *CU)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist kurz vor elf. Der Frühstückskaffee - fast weiß und kalt, auf dem Tisch vor mir ein abgegessener Teller, Krümel auf dem Schoß,  Kippen im Aschenbecher. Ich sehe dem Rauch meiner Zigarette hinterher, der sich kräuselnd durch das offene Fenster zum Nachbarn stiehlt. Ich spinne mir die kommende Woche zusammen, das was kommen könnte, das, worauf ich gefasst sein sollte. Träume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es regnet leise, Janove Ottesen singt dazu von Francis einsamen Nächten. Es passt. Noch besser passte Patty Smith helpless. Dieser Sommer tut so, als ob er es schon lange wusste, dass er traurig werden wird. Wie traurig, wusste er damals wohl noch nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sitzen in dieser kleinen alten Kneipe. Nur wir zwei und ein gelangweilter Barkeeper hinter dem Tresen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer fängt an?&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Womit?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Wir spielen jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wie? Spielen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Du sagst einen Satz, dann ich. Immer im Wechsel. Immer nur einen Satz.&lt;br /&gt;
Einen Satz du, einen Satz ich.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ok.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Das ist kein Satz.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Darf ich auch Fragen stellen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ok.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ok ist kein Satz.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn knallrote Pünktchen zeichnen sich ab vor dem Grün der Pflanzen in meinem Garten, dem  Grün der Hecken und Büsche, dem Grün der Bäume. Das letzte Rot im Kirschbaum verschwindet in den Schnäbeln großer schwarzer Vögel. Es ist kalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würdest du für mich deine Jacke ausziehen oder mich sicher ans trockene Ufer tragen?&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ja. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ja? - Ja! Ich weiß. Schon lange.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ich habe es dir nie gesagt.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Darf ich auch einen Satz schweigen?&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Du schweigst zu laut.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe einen Link zu deinem Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Und warum hast du dich dann nicht gemeldet, als ich dich brauchte?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ich hatte Angst.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Angst?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Angst, dich so zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Regen tröpfelt nicht mehr, in geraden Linien stürzt er jetzt auf den nassen Boden.&lt;br /&gt;
Ich denke zurück. Wische Staub von alten Bildern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du noch Bilder in dir? Von mir? Von uns? Irgendwelche Bilder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sollten wir das Unwiederbringliche, das, was wir nicht leben konnten, nicht halten konnten, lieber hassen oder zumindest nicht anrühren. Vielleicht würde das vieles leichter machen. Viel leichter, als in verstaubten Bildern zu wühlen und alten Träumen hinterher zu jagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Elend tut immer so, als wäre es der Alltag. Heute. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Und morgen?&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/B+wie+ICH&quot;&gt;B wie ICH&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-17T10:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4933173/">
    <title>Ich träumte mich auf eine Wolke ...</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4933173/</link>
    <description>Von oben, ganz hoch oben schaue ich hinunter. Auf das Regenblaugrau. Auf das undurchdringliche Grün. Auf das üppige Gelb und Weiß auf den Wiesen und das Rot der Rhododendren. Auf die Blattläuse an meinen Tausendschönchen und auf den Lavendel, der sie von den Rosenknospen fern halten soll. Auf die verwaisten Gärten und Liegestühle ohne Auflagen. Auf die leeren Plätze in den Straßencafés. Auf die zusammengefalteten Sonnenschirme und die nassen Hunde, die über nasse Parkwege gezerrt werden und auf die Eisbude, die geschlossen hat und die Brunnen, die heute für niemanden sprudeln. Es ist kalt. Perlenübersät sind Blätter und Blüten. Keiner ist da, der sich daran erfreuen wollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Pause zwischen zwei Schauern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schwalbe nutzt die Gelegenheit, Hoffnung zu verbreiten. Ich glaube, es war eine von denen, die noch keinen Sommer machen. Wenn jetzt Sommer wäre ...wenn jetzt Sommer wäre, dann läge ich dort unten, ganz weit unten neben dir in der Sonne, auf den Abend wartend, den Mond und die Sterne ... und die Küsse, die nach Salz schmecken ... und ich träumte mich ans Meer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/Plaudereien&quot;&gt;Plaudereien&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-17T22:36:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4931358/">
    <title>Wer bin ich?</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4931358/</link>
    <description>Regen webt einen Schleier aus feinen Fäden und legt ihn über die Rotbuche. Über den Kirschbaum. Über den benachbarten Garten. Über die dahinter liegenden Felder. Taucht den Morgen in milchige Farben. Nur eine gelbe Rosenknospe vor meinem Fenster hebt sich ab, zeigt mir ihre Lust, sich mit dem nächsten Sonnenstrahl zu messen. Der Rotdorn sieht neidisch zu. Er wurde im letzten Jahr zu sehr gestutzt. Am geöffneten Fenster folge ich träumend der Regenmelodie, die zweite Stimme übernimmt ein gefiederter Solist. Mein Kaffee wird kalt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langes, aufdringliches Klingeln an der Haustür lässt mich aus meinen Träumen stürzen. Draußen posiert mit einem Vertreterkoffer ein geschniegelter unsympathischer Herr. &quot;Wer sind Sie denn jetzt&quot;, empfängt er mich, kaum, dass ich ihm geöffnet habe. &quot;Ich weiß nicht&quot; entgegne ich fast ehrlich, &quot;bei wem haben Sie denn geklingelt?&quot; Ich werde ungeduldig und schließe die Tür vor soviel Verkaufsungeschick. Im Hintergrund kichert meine Nachbarin. Nasshaarig und im Bademantel hat sie belustigt das Haustürgespräch belauscht. Ich berichte ihr noch schnell das Neueste aus ihrer Nachbarwohnung und ich meine in ihren Augen gesehen zu haben, dass sie hin und wieder auch glaubt, dass ich nicht weiß, wer ich bin. Wir beenden lachend die Session. Die Türen schließen sich hinter uns. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanft entledigt der Regen sich seiner feuchten Schleier, vorsichtig, um dem jungen Frühling nicht zu schaden, der in meinem Garten schlummert zwischen all dem frischen Grün und Weiß und Gelb und Rot ... Satie passt gut dazu denke ich, lehne mich weit aus dem Fenster und suche den Anschluß an meine Träume.&lt;br /&gt;
Und immer wieder schleicht sich eine Frage dazwischen  Wer bin ich? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/B+wie+ICH&quot;&gt;B wie ICH&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-16T19:54:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4925505/">
    <title>Das Lied der Dämmerung</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4925505/</link>
    <description>Noch ist Dienstag, ein klitzekleines Stück Mittwoch lässt sich bereits erahnen. Für mich ist Sonntag, für dich nicht. Der neue Tag lauert zwischen den Zeigern der Bahnhofsuhr, unerbittlich, schlaflos, bereit, sich in meine Lider zu krallen, um sie nach oben zu reißen, bis zum Anschlag, bis die Wimpern die Augenbrauen berühren, sobald sie sich anschicken, über erschöpfte Augen zu fallen. Verkehrte Welt. Vorsichtig schlängle ich mich in deine Arme. Leise, ganz leise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämmerung. Ich fände es schön, im Nebel zu verschwinden, sagst du. Ganz nebenbei. Schwarz-weiß und klar liegt der Morgen über den Feldern, kein Nebel, kein Regen. Hinter Hannover kriecht die Sonne langsam aus fedrigen Wolken. Die meisten Farben schlafen noch, auch die Geräusche des Tages. Ein Vogel im glänzenden Hochzeitsstaat findet um halb sechs seine Stimme wieder. Laut und durchdringend schreit er sich ins Gehör seiner Angebeteten. Meinetwegen musst du das Fenster nicht schließen. In dein Erwachen gebettet, belausche ich den Monolog des Schwätzers im kahlen Gebüsch vor dem Haus. Deine Nacht ist vorbei. Für mich beginnt sie. Schlummer, süß und schwer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gib mir noch einen Kuss. Dreh dich noch einmal um. Und zieh die Tür einfach zu, wenn du gehst ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
......................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/G+wie+GESCHICHTEN&quot;&gt;G wie GESCHICHTEN&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-14T10:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4899155/">
    <title>ES HAT SICH DOCH GELOHNT ...</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4899155/</link>
    <description>Kurz nach sieben lässt mich die Sonne nicht mehr schlafen. Eigentlich lässt sie mich schon, aber ... Ich quäle mich aus dem Bett, quäle mich in die Küche, quäle mich ins Bad. Qualvoll. Unausgeschlafen. Übernächtigt. Nichts Neues. Während die Kaffeemaschine geräuschvoll das Gebräu bräut und der Toaster mich gemahnt, nach dem Toast zu sehen, komme ich unter der Dusche zu mir. Kaffeearoma vertreibt den letzten Zipfel der Nacht. Langsam finde ich an dem Morgen gefallen und beim Frühstück in Modezeitschriften blätternd sogar ein passendes Outfit für die Hochzeit meiner Freundin. Ich träume ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es klingelt. An der Haustür. An der Wohnungstür. Es ist tatsächlich für mich. Es ist Satie. &lt;br /&gt;
Genau der richtige für diesen Moment, obwohl ich eigentlich etwas anderes im Auge hatte.&lt;br /&gt;
Ausdrucksstark und doch beruhigend ist er. So beruhigend, dass mich die Knibbelei nicht besonders stört, seine Gefährtin auszupacken, die sich, in Folie verschweißt, sträubt, mir ihr Inneres zu zeigen. Ich hätte vom Frühstückstisch aufstehen und ihr mit brachialer Scherengewalt zu Leibe rücken können. Ich knibbele weiter. Satie kam nackt. Und das war gut so. So konnte er sofort mit seinem Konzert beginnen. Wunderbare 71 Minuten Klaviermusik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Patti ist das anders. Nicht, weil sie sich bedeckt hielt. Nein, oder vielleicht gerade deshalb. Blieb doch so der Geruch ihres bedruckten Kleides noch unverfälscht, frisch. Ich liebe diesen Duft. Ja für mich ist es Duft. Und ich gerate in Verzückung. Jedes mal. Kannst du das verstehen? Wenn Augen- und Nasensinn eine Liaison eingehen und sich in Genuss verwandeln. Hochgenuss, wenn dann auch der Hörsinn zu seinem Recht kommt. Kaum zu beschreiben. Hast du sie neulich gesehen? Im Fernsehen? Auf Arte? Deine Worte, dein Leben mit meinem Blut nachgezeichnet ... Sagte das nicht Rimbaud? Egal, es spiegelt das Empfinden wieder, dass mich beschleicht beim Hören der Musik und Lyriks von Patti. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holy, holy, holy ... Es hat sich also doch gelohnt, heute so früh aufzustehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/B+wie+ICH&quot;&gt;B wie ICH&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-30T08:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4895989/">
    <title>SEKT UND ZITRONENEIS</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4895989/</link>
    <description>Ich kann mir mein Leben auf angenehmere Art versauen - wütend legt sie den Hörer auf und schnappt sich die letzte Flasche Sekt aus der Kiste. Es reicht mal wieder. Warum setzt alle Welt Ehrgeiz daran, sie zu verkuppeln. Also, nicht für nebenbei mal etwas Nettes,  Aufputschendes ... Nee, nee,  so richtig und für immer und so. Ist das nun Neid auf nur durch Broterwerb eingeengte Freiheit oder Mitleid hinsichtlich so oft heraufbeschworener Einsamkeit eines späten Singlesdaseins? Oder Angst ... Ein nächste Gedanke gilt dem  Latschen, der im Weg liegt. Er bekommt einen Tritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut fällt die Tür ins Schloss. Sie schaut in den Briefkasten, sortiert Werbeflut von echter Post. Dann schließt sie die  Zweizimmerwohnung gleich unterm Dach auf,  vor knapp einem Jahr noch Schauplatz ellenlanger Gespräche und nicht enden wollenden Gelächters. Endorphinlastig, alkoholgeschwängert, respektlos. Sie öffnet die Fenster, gießt die Pflanzen, auch die karg beblätterten Strünke, setzt sich auf den zu behütenden Balkon. Nestsitting. Der Single beging Fahnenflucht. Verräter!&lt;br /&gt;
Ja, es hätte ein schöner Tag werden können. Sie blinzelt in die Sonne, die sich anstrengt, ihr Gemüt zu besänftigt. Sekt mit Zitroneneis für die Seele, Consuelo fürs Herz und eine komfortable Sonnenliege für den winterkäsigen Körper. Während sie hingebungsvoll in Nußöl, schönen Worten und interessanten Details badet, verbeißt sich Clärchen in ihrem Genick und wird später  für einen Sonnenbrand verantwortlich zeichnen. Sie dreht sich auf den Rücken, blickt den nächsten Stunden trotzig ins Gesicht. Alles wird flüssig, das Eis, das Hirn, der Körper. Es tropft Schweiß und süße Träume. Irgendwann geht der Sekt zur Neige und die Sonne weg und es stellt sich erwartungsgemäß der Brand ein.  Sie verlässt den Szene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na siehst du, war doch mal wieder ein schönes Wochenende, sagt sie später der rotgesichtigen Dame im Spiegel, stellt vorsorglich einen Eimer mit Eiswürfelwasser neben das Bett und nimmt zwei Handtüchern zum Wechseln mit. Am folgenden Morgen wird ihr ein Kater Gesellschaft leisten. Davon will sie jetzt aber noch nichts wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Telefon klingelt. Sie ignoriert es. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
......................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/E+wie+SIE&quot;&gt;E wie SIE&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-28T21:57:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4889151/">
    <title>DIE PARTITUR DER NACHT</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4889151/</link>
    <description>(Erste Besetzung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rot versteckt der Mond sich hinter Wolkenfetzen. Zwischen den Schornsteinen duckt sich die Nacht. Schlaf regiert. Es ist halb drei. Auf den langen Fluren folge ich der Ruhe, die aus den Schlüssellöchern zu kriechen scheint. Kleine Seufzer, leises Schnarchen, hin und wieder ein kichernder Traum. Vielleicht noch ein vergessener Fernseher. Auf Tastendruck ein gewaltiger Wasserfall. Sonst nichts. Nur der Gesang der Stille, der durch geöffnete Fenstern in die Dunkelheit flieht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frische kühle Luft drängt an mir vorbei. Schnell hat sie den Atem des vergangenen Tages aufgesogen, pfeift durch Türritzen, klappert sich durch Ventiltoren, bläht raschelnd Gardinen auf. Hinter mir Schritte, vorsichtig, unsicher. Flüsternde Gespräche begleiten uns zurück ins Zimmer. Sachtes Schmatzen eines Gutenachtkusses. Noch etwas Musik? Klavier oder Streicher? Sie entscheidet sich für den tropfenden Wasserhahn und das Ticken ihrer Uhren. Vertraute Geräusche. Die Tür knarrt beim Schließen. Eine andere öffnet sich, kaum hörbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bremsenquietschen zerreißt das friedliche Bild. Die Zeitung bringt einen neuen Tag - schwarz auf weiß. Ich vermisse heute das gleichmäßige Fauchen der Autobahn, das Schreien der Martinshörner weniger. Sie kommen nicht vor in der Partitur dieser Nacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/G+wie+GESCHICHTEN&quot;&gt;G wie GESCHICHTEN&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-25T17:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4866111/">
    <title>WAS ZWISCHEN DEN ZEILEN STEHT</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4866111/</link>
    <description>Meinen ersten Liebesbrief erhielt ich mit ca. vierzehn Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren in Ribnitz-Damgarten, Klassenfahrt. Und wir wollten das Leben kennen lernen. Das Rauchen, den Alkohol weniger, aber das andere Geschlecht auf jeden Fall. Es gab genügend Büsche am Ort, die unsere Experimentierfreudigkeit verbargen und eine wachsame Lehrerin, die oft genug ein Auge zudrückte. Damals glaubten wir, sie ausgetrickst zu haben. Jahre später lachten wir gemeinsam darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meinen ersten Liebesbrief erhielt ich einige Tage nach unserer Rückkehr nach Berlin.&lt;br /&gt;
Vom Sohn des Küsters. Das passte ganz und gar nicht. Ich bin atheistisch erzogen, eine damals allem gegenüber Ungläubige, in Glaubensfragen Intolerante. Und ich hatte den Briefschreiber kaum bemerkt. Unscheinbar erschien er mir. Ich konnte mich nicht an sein Gesicht erinnern, noch daran, was er sagte oder wie er mich ansah. Er schrieb nicht von Liebe oder Begierden, nicht von meinen körperlichen Vorzügen, pries nicht die Beweglichkeit meines Geistes oder die Farbe meiner Augen ... &lt;br /&gt;
Er schrieb von Büchern, die er gern liest, vom letzten Film im Kino, von Dingen, die ihn bewegen und ausmachen - als ein um Freundschaft buhlender, Gleichrangiger, nicht als Jäger und  oder Ausleger klebriger Fallen, das gefügige Opfer einzuspeicheln und anschließend zu vernaschen. Damals fand ich das langweilig. Damals fand ich es geradezu nichtachtend, meine erblühende Weiblichkeit zu ignorieren. Und ich fand es mehr als gerecht, nicht darauf zu antworten,  den Brief als Beweis dieser Schmach sofort zu vernichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute hätte ich meinen ersten Liebesbrief gern noch einmal gelesen. &lt;br /&gt;
Und besonders das, was ich damals nicht lesen konnte - das, was zwischen den Zeilen stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
......................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/B+wie+ICH&quot;&gt;B wie ICH&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-16T07:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4860078/">
    <title>SEI GEGRÜßT,BOMA</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4860078/</link>
    <description>Ich möchte dir einen Brief schreiben. Ich schreibe dir einen Brief. Und ich lasse ihn offen, weil ich denke, es betrifft Gedanken, über die man sich ruhig mal Gedanken machen kann ...&lt;br /&gt;
Also dann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guten Morgen, &lt;a href=&quot;http://abendglueck.twoday.net/&quot;&gt;&lt;b&gt;Gedankenkramer&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gedankenverloren starre ich in meine riesige Kaffeetasse. Vom starken Kaffee blieb nur noch der Satz, den ich jetzt durch langsames Kreisen am Tassenrand entlang kriechen lasse. Ob ich es schaffe, den Rand zu benetzen, ohne dass von dem krümeligen Satz etwas auf den Boden fällt? Tiefes Durchatmen, man könnte sogar sagen Seufzen. Es wird Zeit, etwas zu tun, lese ich im Kaffeesatz, es wird Zeit, abzuwaschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abwaschen ist nicht nur abwaschen. Abwaschen ist mehr. Ich pfeife Lili Marleen vor mich hin, der Ohrwurm kam wieder zurück und in Bruchstücken auch der Text ... &lt;i&gt;aus dem stillen Raume, aus der Erde Grund, hebt mich wie im Traume&lt;/i&gt; ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Gedanken verheddern sich in deinem letzten Beitrag. Es geht ums Träumen, Erwachen, Wachen - Ich lese die ersten Zeilen ein ums andere Mal. Mit jedem weiteren erschließt sich mir dieses wunderbare Bild des Schlafenden unten am Waldboden mehr - halbdunkel, weiches Moos, nur einige gefilterte Tropfen der gierig um sich greifenden Realität erreichen ihn. Das Blattwerk ist gnädig, schützt den Träumer. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Erwachen hob mich förmlich langsam empor wie einen Taucher aus der Düsternis der Tiefe, während mir der Schlaf die Schwere gegeben hatte, hinab zu sinken. &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wasser wird kalt, während ich mir zu meinen Gedanken Notizen mache, um sie anschließend in Ruhe zu ordnen. &lt;br /&gt;
Ich schleudere ins nächste Level - Wirklichkeiten und deren Interpretation, Illusionen. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Vielleicht ist die Wirklichkeit nur ein &quot;Klar-Traum&quot; unseres Gehirns, welchen wir mit den Lebewesen teilen, deren Gehirne dem unseren ähnlich sind.&lt;/b&gt;  ... &lt;br /&gt;
Ich singe leise vor mich hin - ... &lt;i&gt;Unsere beiden Schatten sah&apos;n wie einer aus, daß wir so lieb uns hatten&lt;/i&gt; ... . Inzwischen bekomme ich sogar den Text wieder zusammen. &lt;br /&gt;
Und inzwischen gehe ich auch davon aus, dass unterschiedliche Wahrnehmung der Wirklichkeit und das Abstürzen aus den Träumen dafür verantwortlich zeichnen, dass Liebende sich trennen. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich träume, mein Wach-Sein ist eine Illusion. Ich lebe in einer Illusion, die darum wirklich ist, weil ich sie mit vielen anderen teile.&lt;br /&gt;
Und das ist vollkommen in Ordnung für unser Leben, wie es in Ordnung für das Leben anderer Kreaturen ist, die aufgrund ihrer Andersartigkeit in anderen Wirklichkeiten/Illusionen leben. Leben ist,  sich die Wirklichkeit erträumen. Leben ist Interpretationssache.&lt;/b&gt; Ja. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Oder doch? Auf jeden Fall ist es ein schöner, interessanter Ansatz und würde vieles erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... &lt;i&gt;Schon rief der Posten: Sie blasen Zapfenstreich,&lt;/i&gt; ...  Es ist kurz vor sieben (abends), ich habe den Tag nicht verschlafen, ich habe mehr daraus gemacht, habe mich in deinen Gedanken gesielt, in Illusionen verstrickt. Einiges werde ich mitnehmen in die Nacht. Es ist die letzte in diesem Ritt. Drei Tage Ruhe, drei Nächte am Laptop. Dann wieder von vorn. ... &lt;i&gt;deine Schritte kennt sie, deinen schönen Gang. alle Abend brennt sie, mich vergaß sie lang.&lt;/i&gt; ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergessen ... Habe ich mich dazu schon geäußert?&lt;br /&gt;
Vergessen ist wie eine OP am offenen Herzen. Glaube ich zumindest. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darf man ein PS vor den Gruß setzen? Ich tue es einfach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS:&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Somit verschlafen wir unser ganzes Leben. Ist diese Vorstellung nicht köstlich? Der Tod würde dabei das Erwachen aus dem Leben bedeuten.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das ist sie - köstlich, diese Vorstellung. Und in diesem Sinne  schleiche ich mich jetzt davon.  Mit den besten Grüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Nacht &lt;br /&gt;
Luna&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/offene+Briefe&quot;&gt;offene Briefe&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-13T17:28:00Z</dc:date>
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    <title>GUTEN MORGEN, PÜPPCHEN</title>
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    <description>Leises Schnarchen begrüßt mich und eine Perücke über der Blumenvase. Sie war also doch wieder unterwegs ... Und jetzt schläft sie. HEUTE schläft sie noch. Und dabei hätte ich gerade heute viel Zeit für sie gehabt. Die Nacht war ruhig und es war auch nichts beunruhigendes mehr zu erwarten. Eine Weile ruht mein Blick auf den entspannten Gesichtszügen der Schlafenden. Schönheit liegt im Schlaf. Ungekünstelt, unverkrampft. Alles sträubt sich in mir, sie zu wecken. Ich gehe ins Wohnzimmer, sehe mich um, bestaune Trophäen eines fast abgeschlossenen Jahrhunderts. Afrikanischer Schmuck neben Buddhafiguren, wenige Bilder, geschmackvolle Sparsamkeit. Keine unechten Blumen, dafür ein ziemlich ramponierter beblätterter Gesprächspartner, der immer wieder seinen Platz wechseln muss ... Heute steht er auf dem Balkon - ob er das überlebt. Ich öffne die Balkontür, den blättrigen Freund rette ich ins Zimmer. Auf dem Weg ins Schlafzimmer verfängt sich mein Blick im Bücherregal. Marquez, Walser, Brecht, Klaus Mann, Kunstbände dichtgedrängt und Reiseberichte aus aller Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ziehe Vorhänge auf, mache Lampen an ... sie wird unruhig. Sanft streichele ich sie in den neuen Tag. Einer der schönsten Augenblicke, Entschädigung für alle Strapazen - sie schlägt die Augen auf und strahlt mich an. Guten Morgen, Püppchen. Sie hat keinen anderen Kosenamen, nicht Charlie, nicht Lottchen. Nur Püppi, Püppchen. So nannte der Vater sie. Sie hört es gern. Smalltalk auf dem Weg ins Bad. Wasserschlacht im Bad. Sie kann so herrlich genießen, prustet und lacht unter der Dusche. Ich singe. In der dritten Etage wurde mir ein Ohrwurm angehängt, nachdem er dort die ganze Nacht war.  Ich gebe ihn weiter. Und zum ersten mal höre ich sie singen, Lili Marleen. Es stört mich nicht, dass ich klitschnass bin, sie schon - nun zieh dich schon aus, du bist doch schon ganz nass - und besorgt schiebt sie hinterher - hast du was zum Umziehen dabei. Grenzen verschwimmen, Familie, Freundin, Pflegerin. Manchmal bin ich alles.&lt;br /&gt;
Haben sie diese Bücher gelesen, frage ich. Den Marquez und den Walser? Meine nächste Frage wird von einem klaren Nein gestoppt. Nein? Und warum stehen die dort? Ich weise auf das Bücherregal. Sie lacht. Es ist dieses spitzbübische kleine Lachen ... Warum? warum nicht? Die sehen doch gut aus ... Ich denke an meine gesammelten Werke im Bücherschrank und fühle mich ertappt. Und was haben Sie dann gelesen? Thomas Mann, kam es wie aus der Pistole geschossen und ebenso schnell: Das dachte ich mir. - aus meinem Munde. Mir fällt meine Großmutter ein, Ähnlichkeiten mit dieser kleinen, zierlichen Dame. Wir sitzen auf dem Bettrand, baumeln mit den Beinen. Das Wasserglas in der einen, die Tabletten in der anderen Hand, hängt sie ihren Gedanken nach. Ich laufe hinterher. Und welches Buch von Thomas Mann ... Ich komme nicht weiter. Wie so oft ist sie meinen Gedanken auf der Spur. Ich glaubte schon, Joseph auf ihren Lippen zu lesen ... Nein, es war ein Grinsen, das Katzengrinsen meiner Großmutter. Willst du ein Buch über mich schreiben? Sie sieht mir über die Schulter ins Gesicht, sucht das JA und findet eine heruntergefallene Kinnlade. Ich verschlucke mich an ihrem Lachen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder sollte ich ihr sagen, dass ich schon seit Tagen über sie schreibe?</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/G+wie+GESCHICHTEN&quot;&gt;G wie GESCHICHTEN&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-12T16:22:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4853971/">
    <title>SEELENWANDERUNG</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4853971/</link>
    <description>Als ich die Schicht übernahm, wurde es bereits dunkel. Kampf der Laternen gegen den schwindenden Tag. Patt im Dämmerlicht. Du sagtest, wenn wir schlafen, verlassen unsere Seelen den Körper. Ganz nebenbei sagtest du das, so als ob ich das schon längst wüsste, als ob jeder das wüsste. Ich wusste es nicht. Aber ich hatte oft einen Verdacht, dem ich nie folgte - zu schnell stürzte ich ins Wachsein. &lt;br /&gt;
Die Tür fiel ins Schloss hinter dir. Ohne Fragen, keine Antworten. Ruhigen Dienst ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrouille auf nächtlichen Fluren. Alles schläft, keine Menschenseele. Ich begegne ihr in der dritten Etage. Sie schlendert von Tür zu Tür, liest die Namensschilder, schüttelt hin und wieder den Kopf. Ich beobachte sie eine Weile, gebe mich zu erkennen. Bist du schon lange hier, fragt sie. Ja, ich habe auf Sie gewartet. Wir gehen langsam zum Fahrstuhl. Warum hast du nicht wieder geheiratet? Du bist doch noch jung. Ich hole tief Luft und bevor ich antworten kann, lacht sie schon wieder ... Verstehen ohne Worte. Seelenverwandtschaft? &lt;br /&gt;
Ich bringe sie zu Bett, zum zweiten mal in dieser Nacht. Schlaf schön mein Engel und träume süß ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nacht trollt sich, macht dem Tageslicht und der nächsten Schicht Platz. Ruhig war es heute. Nicht viel, was ich in den Feierabend mitnehmen muss - eine leere Thermosflasche, eine leere Brotdose ... Der Morgen ist kühl, aber mir wohl gesonnen.  Kein Nebel, kein Kratzen an der Windschutzscheibe, eine Umleitung wird ignoriert - ich kenne sie, sie kommt jeden Donnerstag hier vorbei. Nur noch ein kurzes Stück durch den Frühling und ich bin zu Hause. M. ist schon auf dem Sprung, kurz vor dem Urlaub. Blumengießstrategien, Schlüsselübergabe. M. hat Sehnsucht nach der Sonne und der Wärme am Mittelmeer. Mir reicht fürs erste die Wärme meines Bettes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Sperenzchen, Katzenwäsche, Decke über die Nase. Manchmal kann ich es fühlen, das Einschlafen. Sanftes Fallen, ganz leicht werde ich ... mehr als sechzig Kilo, die nicht zu mir gehören. Wie war das doch gleich mit den Seelen, wenn wir schlafen?&lt;br /&gt;
Ich versuchte mir vorzustellen, wo sie wohl hingehen. Treffen sie sich alle irgendwo, oder geht jede woandershin? Schlüpfen sie in einen anderen Körper oder hocken sie in den Bäumen? Wohin geht meine? Geht sie oder fliegt sie? Wie ist das, wenn ich nicht schlafen kann? Weiß die Seele dann nicht wohin? Und wenn ich nach kurzer Zeit wieder aufwache, ist sie dann nur bis ins Nachbarhaus gekommen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal verschlafe ich auch ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/G+wie+GESCHICHTEN&quot;&gt;G wie GESCHICHTEN&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-04-10T16:58:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4848329/">
    <title>VON KRANICHEN, KATZEN UND ERSTEN SONNENSTRAHLEN</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4848329/</link>
    <description>Vier Kraniche sind einer zuviel. &lt;br /&gt;
Oder drei zuwenig. &lt;br /&gt;
Verstehst du? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Frühjahr präsentiert sich stolz im offenen Wintermantel. Spitzes Grün. Rundliches Gelb. Lautes, gefiedertes Schwarz. Gelangweilt taste ich den Himmel ab. Weiße Tupfen auf Blau trägt man heute und etwas Gold im Knopfloch.  Auf der Terrasse gibt es späte Märzsonne, sonst nichts, nur Bilder in Endlosschleife hinter dem alten Zaun - telefonierende Spaziergänger mit und ohne Hund, fachsimpelnde Kinderwagenschieber, Walkeholicer. Kahle Büsche bieten keine gute Deckung, man sieht mich und schüttelt den Mützenkopf. Ist das nicht noch etwas früh für so wenig an? Mir ist warm. Das Gemurmel bleibt stehen, entfernt sich dann langsam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versinken im Nichtstun als Priorität. Gedanken baumeln gegenstandslos im Wind, balancieren auf Sonnenstrahlen, nicht greifbar. Einige haben sich in der Wäscheleine verfangen, andere tanzen vor meinen Augen. Bunte Luftblasen. Ich könnte mir Blätter an die Bäume träumen. Könnte ich. - Wenn ich sie nicht verschenkt hätte im letzten Winter. Ohne Mitgefühl lasse ich mein Spiegelbild ertrinken, zwischen zwei Wimpernschlägen, in der Kaffeetasse. &lt;br /&gt;
Als mir gestern Abend diese Katze über den Weg lief, glaubte ich, dass sie mir Glück bringt. Brachte sie aber nicht. Unglück blieb aus. Wenigstens das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Sonnenbrille reihen sich Augenblicke aneinander. Abgehackt. Ohne Zusammenhang. Sekunden, Minuten, Stunden. Wie viele waren es? Wie lange ist es her? Wie lange bis es wieder kommt? Und - kommt es wieder? &lt;br /&gt;
Stell mir jetzt bloß keine Fragen. M. verschwindet hustend hinter einer Rauchwolke, die sie gerade inhalieren wollte, als dieses Fragezeichen über ihre Lippen stolperte. Sie verschluckt ES, eines nach dem anderen.  Aber, könntest du mir mal sagen, wie lange ein Augenblick dauert.  Auch darauf gibt es keine Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen fällt hinter dem nackten Kirschbaum die Sonne todmüde in den Kurpark. Plötzlich ist es kühl und die strahlenden Farben tauchen in ihr abendliches Versteck hinab. Irgendetwas fehlt. Die Blätter? Nein, ich glaube, es ist etwas anderes oder etwas mehr. Ich warte auf die Muse. Vor einiger Zeit verschwand sie, sprachlos, und sie hat sich nicht ein einziges mal gemeldet. Buchstaben hängen sich seitdem plump aneinander, mühsam schleppen sie sich und suchen Halt in dürren Worten. Um das Trampolin der Gefühle nehmen sie lieber noch einen großen Umweg. Dieses verrückte Auf und Ab macht ihnen Angst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Türen hätte man besser nie geöffnet, lese ich in der Zeitschrift, die aufgeschlagen neben mir liegt. M. geht und ich bringe den ersten Sonnentag in Sicherheit. Wenn ich mir jetzt etwas wünschen sollte, ich wüsste nicht was.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenig später finde ich mich auf dem Weg in eine kalte, sternenklare Nacht wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir fallen drei Kraniche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
....................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/B+wie+ICH&quot;&gt;B wie ICH&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-08T18:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4804509/">
    <title>UND WENN SIE LACHT, IST SIE IMMER NOCH SCHÖN</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4804509/</link>
    <description>Erzähl mir was. Ich hör dir doch so gern zu. Die alte Dame berührt vorsichtig meinen Kopf, während ich ihr die Verbände anlege. Schöne Haare hast du ... &lt;br /&gt;
Ich drücke ihr ein Glas Wasser in die Hand. Die letzte Nacht steckt mir in den Knochen, ich sehne mich nach meinem Bett und ich kann so schnell kein geeignetes Thema finden. Es ist Kar-Freitag. Und es ist bald Feierabend. Nur noch knapp zwei Stunden. Mühsam kämpft sich der Morgen durch die Wolkendecke. Dicke Schneeflocken tanzen um Laternen, die ihr spärliches Licht in die schwindende Dunkelheit schicken. Ostern fällt in diesem Jahr schon sehr früh. Ich denke an Goethe, an sein berühmtes Frühlingsgedicht und daran, dass er mit dreiundsiebzig Jahren noch eine neunzehnjährige Geliebte hatte. Wussten Sie das?  Meine Gedanken verfangen sich wieder in Einkaufslisten und Terminplänen. Das ist doch nichts besonderes, höre ich sie sagen. Verblüfft schaue ich hoch. Und wenn es anders herum wäre? Ich überlege, ob es wohl Zufall ist, dass sie den gleichen Vornamen trägt, wie Frau von Stein. Und noch bevor ich den Gedanken aussprechen kann, empören sich mehr als neunzig gelebte Jahre: Neee! Das wäre mir zu anstrengend! Ich lache unwillkürlich. Sie können schnell denken, sagt sie verschwörerisch, als ich schon in der Tür stand.   ... Und Sie können wohl Gedanken lesen, verabschiede ich mich. Ihr Lachen begleitet mich noch eine ganze Weile, und das Strahlen in ihren Augen. Wenn sie lacht, ist sie immer noch schön. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/G+wie+GESCHICHTEN&quot;&gt;G wie GESCHICHTEN&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-22T01:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4710107/">
    <title>&lt;b&gt;BERLIN BERLIN&lt;/b&gt;</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4710107/</link>
    <description>Berlin liegt vier Tage hinter mir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6.2. &lt;br /&gt;
irre Autofahrer auf der A2, Stau vor Berlin, noch mehr irre Autofahrer in Berlin, ca. zwanzig Kilo Übergewicht in Karow, 17.30 Uhr weiche Ananas-Torteletts mit Sahne, Kaffee oder Früchtetee - das konnte man sich aussuchen, abends exzellente Kartoffelsuppe, 1 Flasche Rotwein, 2 Flaschen Weißwein, noch 2 Flaschen Rotwein, Bier gab es nur für den Herrn der Hausherrin, dazu Diskussionen, Familienbilder am PC, unangenehme Wahrheiten, Depressionen und eine gute Stunde Schlaf, das kann ja was werden ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7.2.&lt;br /&gt;
verspäteter Start in den Tag mit Kopfschmerzen und einer falschen Ansage, Fahruntüchtigkeit ist gleich Gefahrtüchtigkeit, vorausschauendes Fahren erhält angesichts herumstehender Blitzer eine neue Bedeutung, in zwanzig Minuten kann man die Welt nicht umstrukturieren, aber man kann eine neue Idee zeugen, abends italienisch hausgemacht und verführerisch, die Flaschen Rotwein wurden nicht mehr gezählt, es gab genügend Gründe, einer davon eine geplante Hochzeit, ich freue mich und falle todmüde und glücklich ins Bett, träum schön&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8.2.&lt;br /&gt;
Karten verraten um 8.00 Uhr, was ich längst nicht wahrhaben will, ich werde rot, ertappt, ungläubig, Tage später soll höhnisches Grinsen zur Grimasse werden - was ich hinter mir glaubte, lag noch vor mir, Sandkuchen, Kaffee und Ernährungsberatung in Karow, in Potsdam - Koffer abstellen, Hunger, nasse Haare, überfüllte Lokale und erstauntes Chinesisch for two, ungezählte Worte geben Ruhe, übersteigen die Anzahl der Buchstaben, durch den Raum flatternde Gedanken, eine harte Woche fällt hörbar zu Boden, erschöpfte Hände können keinen halben Liter halten, Zeitlos trifft Müdigkeit in den Augen, ist es kalt draußen? Herr Lehmann ist nicht jedermanns Ding, schade, muss aber auch nicht, gute Nacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9.2.&lt;br /&gt;
schönes Wetter, Potsdam outside, Einkauf für die nächste Woche, Robenanprobe, Essen, das nicht dick macht, Maske, ab in die Oper, Mangel an Garderobieren vor der Aufführung, Neuinszenierung mit Mangel an Sektständen in der Pause, Wesentliches hatte Vorrang und gefiel, Blaulicht begleitete Inkognito, in Potsdam noch fünfzig Seiten lang im Schatten des Windes, Kultur geballt, Nachtmensch schläft nicht, Nachtmensch schreibt bis drei Uhr und wird vom Schlaf überfallen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10.2.&lt;br /&gt;
Frühstück, gepackte Koffer, Schnupfen als Souvenir, wann sehen wir uns wieder? leere Autobahnen, keine Irren, Kaffeetrinken in Bad Nenndorf, 20.45 Uhr Nachtschicht, willkommen im Alltag! Gabs was? Nee ... Dann ist ja gut ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://causerien.twoday.net/topics/B+wie+ICH&quot;&gt;B wie ICH&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-02-15T23:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4703157/">
    <title>FRÜHJAHRSPUTZ</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4703157/</link>
    <description>Ich sichte Manuskripte. Trümmer und Fragmente aus vergangenen Wochen und Monaten werden sortiert und vom Schreibtisch geräumt, Zeilen auf Zeitungsrändern eingesammelt, in diversen Kladden nach Bruchstücken der letzten Zeit gefahndet. Schlagzeilen, Momentauf-nahmen, Gedankenblitze, Schnipsel - Berge, die darauf warten, in Gedichten und Geschichten ein neues Bestätigungsfeld zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sozialkaufhaus - was kostet dort wohl ein Kilo Liebe, oder würden dir 750 Gramm Gefühl vielleicht auch reichen? Egal. Eheurkunden kommen unterm Strich teurer. Tahoma 14, linden.nord@, Mehrpersonenkörper mit Freivögelschein. Ich weiß nicht mehr, wer mit einunddreißig Jahren schon siebenhundert Bilder gemalt hat. Weißt du es noch? War es Paula Modersohn-Becker? Elie Wiesel hat seine Gedanken zur Gegenteiligkeit  unter ganz anderen Aspekten geschrieben, als ich sie vor langer Zeit im U-Bahnhof Alexanderplatz las. Das erschreckt mich. Auch, dass ich nicht die einzige darin bin. Warum ich Wasser kochen, frischen Ingwer hineinreiben und den Sud dann trinken sollte ... ?&lt;br /&gt;
Keine Ahnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stapel von Papier fallen dem Zerreißwolf zum Opfer. Im Abfall finden sich später defizitäre Gefühle neben genormten wieder. Gedanken gehen durch die Mühle, im Kopf sortiert jemand Buchstaben, Worte, Zeilen. Ich schaue aus dem Fenster. Struppiges Gefieder hockt seit Minuten drüben auf dem alten Zaun, es plustert sich auf, hält mich von meinem Tun ab. Es klingelt. Vor der Tür steht Betreten und in der Tür Unwillig. Es ist eine dieser ganz kurzen Begegnungen. Als sich die Tür schließt, tut es mir schon wieder leid. Ist das Ok.? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenig später frage ich mich, wie linke Schuhe auf die Standspur der A2 kommen, 100 km vor Berlin? Und, wen könnte das, außer mir natürlich, interessieren? Ich bin nicht PK, ich bin ICH. Versalien auf einem Zettel. Ich stelle fest, Ähnlichkeiten sind eher unzufällig. Wann hatte ich das nur vergessen können? Woanders steht, dass ich Rüdiger Dahlkes Krankheit als Weg lesen sollte. Ich habe zu diesem Themen keinen Bezug mehr und schmeiße die Notiz weg. Vorurteile, Autor? - habe ich mir dann doch auf die Bücherliste gesetzt. Eine Musikliste gibt es auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich bin gern hier, sagt sie ihrem Gegenüber ... &lt;br /&gt;
diese Zeile könnte der Anfang einer neuen Geschichte sein.</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
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