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    <title>Luna in flagranti</title>
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    <dc:publisher>Luna in flagranti</dc:publisher>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:date>2012-02-19T13:20:39Z</dc:date>
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    <title>Luna in flagranti</title>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/64979494/">
    <title>Schon länger her ....</title>
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    <description>Kartoffelrösti mit Orangensenfsauce geht überhaupt nicht. Angewidert schiebe ich den Rest des Abendbrotes beiseite. Preiselbeeren - ja, Asia-süß-sauer-Sauce - na ja. Das Apfelmus war schon schimmlig. Ich vertilge die Reste einer kurzen Zweisamkeit. Dazu gibt es Dornfelder trocken und Musik aus Mexiko, die sich irgendwie japanisch anhört. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei meiner Nachbarin gibt es heute Fischstäbchen und einen Mann, der immer wieder versucht, das Hausflur-zwischen-den-Türen-Gespräch ins Wohnzimmer zu verlagern. Das geht auch nicht. Das ist Kult. Im Treppenhaus, und nur dort, herrscht diese unvergleichliche Spontaneität des Gedankenaustausches. Nirgendwo ist es so wie hier. Es gibt so vieles zu berichten. Und das Lachen setzt sich in den Rissen des Mauerwerks fest. Die Tränen schieben wir unter die Fußmatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen, Geliebte zu werden. Wenn alle Vorräte aufgebraucht sind, werde ich Geliebte. Dann gibt es nur noch Toastbrot, Rotwein Blumen und Einladungen zum Essen. In das misstrauische Gesicht meiner Nachbarin stelle ich die Vorteile einer solchen Beziehung. Die Katastrophen der letzten Monate waren ihr bekannt, ich brauchte sie nicht erst auf die Waagschale zu legen. &quot;Und du glaubst das klappt?&quot; A. lehnt sich in den Türrahmen. &quot;Warum nicht?&quot; desinteressiert überfliege ich die Kontaktanzeigen des örtlichen Wochenblattes. &quot;Sieh mal, so ein Escortservice ist doch wesentlich teurer ...&quot;&lt;br /&gt;
Das Essen ruft und A. folgt. Das Schließen der Tür übertönt schon fast die letzten Einwände &quot;den will ich aber diesmal vorher sehen ...&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Uhr 30. Sie haben Post. Die ersten Fotos kommen. Ich nehme ein zweites Glas Rotwein und hänge kurz einer bei mir immer berechtigten Befürchtung nach ... und wenn ich mich nun doch verknalle. Drei Fotos bauen sich vor mir auf. Hübsch zurecht gemacht. Frisch vom Friseur und direkt zum Fotografen. Ein Bild zum auf den Fernseher stellen. &lt;br /&gt;
Bei meiner Nachbarin kann ich jetzt nicht mehr klingeln. Ich bestelle mir noch im Internet eine Karte fürs Capitol und morgen werde ich Apfelmus kaufen gehen ...</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2012-02-19T13:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/64978389/">
    <title>IRGENDWO, NIRGENDWO und IRGENDWO ANDERS</title>
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    <description>&quot;Ich bin gern hier&quot;, sagt sie ihrem Gegenüber und schaut versonnen an ihm vorbei. &lt;br /&gt;
&quot;Das denke ich auch&quot;, ihr Gegenüber studiert ohne den Kopf zu heben die Tageszeitung, &quot;sonst wären Sie wohl nicht hier&quot;. &lt;br /&gt;
Das Gegenüber hasst Smalltalk. &lt;br /&gt;
Die Fingern ihrer rechten Hand trommeln eine Melodie auf den Bistrotisch. Die Linke rührt seit Minuten mit dem Löffel in der Kaffeetasse. &lt;br /&gt;
Sie würde jetzt gern rauchen. &lt;br /&gt;
Ihr Gegenüber auch. &lt;br /&gt;
&quot;Ich denke nicht&quot;, jetzt schaut sie geradeaus, versucht den Blick ihres Gegenübers aufzufangen, der für den Bruchteil eines Moments das Zeitungsversteck verließ. &lt;br /&gt;
&quot;Ich glaube nicht, dass das so ist, wie Sie denken&quot;. Neugierig lässt das Gegenüber die Zeitung sinken. &quot;Manchmal ist man irgendwo, um nicht nirgendwo oder irgendwo anders zu sein&quot;.</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>sie</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2012-02-17T22:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/5468128/">
    <title>DIES IST (NICHT) MEIN TAG</title>
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    <description>Der 24. Januar 2009 ist ein Scheißtag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Unvorhergesehene, was das Leben spannend macht, lässt der Drehbuchautor den Schauspieler sagen. Frühstücksritual am Spätdienstmorgen. Seriennachschau, frisches Brötchen, heißer Kaffee aus Halblitertasse, Käse und Erdbeermarmelade ... und ... Irgend etwas stimmt nicht. Es stinkt. Es stinkt fäkalisch. Ich gehe der Nase nach. Lande im Bad. Ungekämmt, ungeduscht und die Spätschicht vor Augen glotze ich entsetzt in die Badewanne. Es steigt, es steigt nicht nur in der Badewanne, nein auch im Toilettenbecken. Gesammelte Sonnabendvormittagabwasser. Mit einem Schreikrampf stürze ich aus der Wohnung, um in der Nachbarschaft Mitleidende zu suchen. Man schläft oder ist beim Einkauf oder was weiß ich. Niemand öffnet. Solidarität kennt eben doch Grenzen. Dämme der Wut und Verzweiflung brechen angesichts des dritten Déja-vu innerhalb von zwei Wochen. Ich teile meine Wut mit dem Telefon und warte auf Rettung. Wo sind meine  Gummistiefel? An den Gestank gewöhnt man sich. Irgendwann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fernsehen wird verkehrt geheiratet und &quot;Klaus&quot; sorgt für Stromausfall in Frankreich. Ich lasse mich berieseln, surfe im Internet, warte auf die Freigabe meines Badezimmers. Ich schiebe Frust. Gelähmt. Inzwischen hat sich das Abwasserproblem bis ins Mittelhaus ausgedehnt. Ich hoffe, dass ich, um dem Problem zu entkommen, nicht auswandern muss. Asyl ist kein Zuhause. Und es gibt auch kein Asyl. Der potentielle Asylgeber ist überfordert. Ausreden und Scheinargumente. Ich suche weiter. Finde mich. Selbstlosigkeit als Handlungsmotiv ist Selbsttäuschung. Erwartungen basieren auf eigenen Handlungsweisen. Blinde Spiegel. Enttäuschen bedingt die erste Person Singular, bedeutet, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Dämme brechen. Wo ist mein Rettungsring. Ich will nicht, dass meine Welt ertrinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Unvorhersehbare, was das Leben spannend macht ... In diesem Fall könnte ich gern darauf verzichten. Zumindest heute.</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-24T14:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/5465226/">
    <title>RAUCHERPAUSEN</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/5465226/</link>
    <description>Still ist es und diese fast unheimliche Stille wird im Sekundentakt von der Uhr an der Wand zerhackt. Kein Rauschen der Heizung, kein Heulen des Windes hinter dem halb geöffneten Fenster. Die Dunkelheit hat sich fünf Minuten nach halb zwei zur Ruhe gelegt. Ein paar Zimmer weiter wartet eine unklare Diagnose auf den Transport ins Krankenhaus. Der Notarzt ist schon wieder unterwegs zum nächsten Einsatz. - Nachtschichtalltag. Mit meiner Zigarettenration bin ich bereits zwei Pausen voraus. Mein Kopf ist zu eng für ein leeres Chaos. Widersprüchlichkeiten der Wirklichkeit. Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit, behauptet man. Wenn das tatsächlich so ist, wünschte ich, mancher wäre immer Kind oder betrunken. Zumindest einer von manchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halb vier und die sechste Zigarette in dieser Schicht. Man kann sich schnell an etwas gewöhnen. Zwei Teetassen  nach der Arbeit, eine Kerze zwischen abgegessenen Teller, Anzeichen von mehr als einem Leben im Bad und im Schlafzimmer. Wohlfühlen. Den Alltag unter einer Kuscheldecke verschwinden lassen. Blödsinniges Fernsehen blockiert unnötige Worte. Nur in scheinbar belanglosen Nebensätzen versteckt sich Tiefe. Einer schrieb mir meine Liebste in der ersten SMS des neuen Jahres und dieser eine fragt sich heute, wie er mich anderen vorstellen sollte - vielleicht als seine Bekannte. Am Ende der Gleichung steht: je tiefer das Gefühl, desto größer der verbale Abstand. Nach drei Tagen spricht man von nötigem Abstand. Man gewöhnt sich zu schnell  sagt er, löscht das Licht und dreht mir den Rücken zu.  Ja, sage ich belustigt, es wird sonst langweilig und während ich mich zum Schlaf an den bekannten Rücken kuschele, folge ich dem Sinn seiner Worte. Von Abstand gegen Gewöhnung an Momente des Glücklichseins ist die Rede. &lt;br /&gt;
Abstand erzeugt Sehnsucht. Das ist ihm wohl nicht bewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor sechs, letzte Zigarette. Dazu Kaffee, sehr heiß, sehr stark - Schwesternkaffee. Eine dürre Spinne durchquert den Raum. Ich beobachte sie eine Weile und zähle die Kippen im Aschenbecher. Die Heizung rauscht jetzt wieder. Draußen tobt sich ein eisiger Sturm in den neuen Tag. Ich werde wohl doch gleich kratzen müssen. Dienstübergabe. Schnell nach Hause und ins Bett. In den Schläfen wird das Klopfen unerträglich. Ist ein Zuhause ein Zuhause, wenn es kalt ist. Wenn niemand da ist und wartet? Manchmal habe ich das Singledasein satt, besonders im Winter. Ja es stimmt. Man kann sich schnell an etwas gewöhnen und man nimmt dann auch glücklich Nachteile einer Zweisamkeit in Kauf. Für ein wenig Wärme, für einen ruhigen Atem auf dem Kopfkissen neben dem eigenen, für die Möglichkeit, in die Träume eines guten Bekannten zu lauschen.</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>Gute-Nacht-Geschichten</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-22T23:45:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/5064580/">
    <title>Mittwochmorgen</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/5064580/</link>
    <description>(Das Elend tut so, als wäre es der Alltag. *CU)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist kurz vor elf. Der Frühstückskaffee - fast weiß und kalt, auf dem Tisch vor mir ein abgegessener Teller, Krümel auf dem Schoß,  Kippen im Aschenbecher. Ich sehe dem Rauch meiner Zigarette hinterher, der sich kräuselnd durch das offene Fenster zum Nachbarn stiehlt. Ich spinne mir die kommende Woche zusammen, das was kommen könnte, das, worauf ich gefasst sein sollte. Träume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es regnet leise, Janove Ottesen singt dazu von Francis einsamen Nächten. Es passt. Noch besser passte Patty Smith helpless. Dieser Sommer tut so, als ob er es schon lange wusste, dass er traurig werden wird. Wie traurig, wusste er damals wohl noch nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sitzen in dieser kleinen alten Kneipe. Nur wir zwei und ein gelangweilter Barkeeper hinter dem Tresen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer fängt an?&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Womit?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Wir spielen jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wie? Spielen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Du sagst einen Satz, dann ich. Immer im Wechsel. Immer nur einen Satz.&lt;br /&gt;
Einen Satz du, einen Satz ich.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ok.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Das ist kein Satz.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Darf ich auch Fragen stellen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ok.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ok ist kein Satz.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn knallrote Pünktchen zeichnen sich ab vor dem Grün der Pflanzen in meinem Garten, dem  Grün der Hecken und Büsche, dem Grün der Bäume. Das letzte Rot im Kirschbaum verschwindet in den Schnäbeln großer schwarzer Vögel. Es ist kalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würdest du für mich deine Jacke ausziehen oder mich sicher ans trockene Ufer tragen?&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ja. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ja? - Ja! Ich weiß. Schon lange.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ich habe es dir nie gesagt.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Darf ich auch einen Satz schweigen?&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Du schweigst zu laut.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe einen Link zu deinem Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Und warum hast du dich dann nicht gemeldet, als ich dich brauchte?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ich hatte Angst.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Angst?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Angst, dich so zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Regen tröpfelt nicht mehr, in geraden Linien stürzt er jetzt auf den nassen Boden.&lt;br /&gt;
Ich denke zurück. Wische Staub von alten Bildern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du noch Bilder in dir? Von mir? Von uns? Irgendwelche Bilder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sollten wir das Unwiederbringliche, das, was wir nicht leben konnten, nicht halten konnten, lieber hassen oder zumindest nicht anrühren. Vielleicht würde das vieles leichter machen. Viel leichter, als in verstaubten Bildern zu wühlen und alten Träumen hinterher zu jagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Elend tut immer so, als wäre es der Alltag. Heute. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Und morgen?&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-17T10:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4933173/">
    <title>Ich träumte mich auf eine Wolke ...</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4933173/</link>
    <description>Von oben, ganz hoch oben schaue ich hinunter. Auf das Regenblaugrau. Auf das undurchdringliche Grün. Auf das üppige Gelb und Weiß auf den Wiesen und das Rot der Rhododendren. Auf die Blattläuse an meinen Tausendschönchen und auf den Lavendel, der sie von den Rosenknospen fern halten soll. Auf die verwaisten Gärten und Liegestühle ohne Auflagen. Auf die leeren Plätze in den Straßencafés. Auf die zusammengefalteten Sonnenschirme und die nassen Hunde, die über nasse Parkwege gezerrt werden und auf die Eisbude, die geschlossen hat und die Brunnen, die heute für niemanden sprudeln. Es ist kalt. Perlenübersät sind Blätter und Blüten. Keiner ist da, der sich daran erfreuen wollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Pause zwischen zwei Schauern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schwalbe nutzt die Gelegenheit, Hoffnung zu verbreiten. Ich glaube, es war eine von denen, die noch keinen Sommer machen. Wenn jetzt Sommer wäre ...wenn jetzt Sommer wäre, dann läge ich dort unten, ganz weit unten neben dir in der Sonne, auf den Abend wartend, den Mond und die Sterne ... und die Küsse, die nach Salz schmecken ... und ich träumte mich ans Meer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-17T22:36:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4931358/">
    <title>Wer bin ich?</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4931358/</link>
    <description>Regen webt einen Schleier aus feinen Fäden und legt ihn über die Rotbuche. Über den Kirschbaum. Über den benachbarten Garten. Über die dahinter liegenden Felder. Taucht den Morgen in milchige Farben. Nur eine gelbe Rosenknospe vor meinem Fenster hebt sich ab, zeigt mir ihre Lust, sich mit dem nächsten Sonnenstrahl zu messen. Der Rotdorn sieht neidisch zu. Er wurde im letzten Jahr zu sehr gestutzt. Am geöffneten Fenster folge ich träumend der Regenmelodie, die zweite Stimme übernimmt ein gefiederter Solist. Mein Kaffee wird kalt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langes, aufdringliches Klingeln an der Haustür lässt mich aus meinen Träumen stürzen. Draußen posiert mit einem Vertreterkoffer ein geschniegelter unsympathischer Herr. &quot;Wer sind Sie denn jetzt&quot;, empfängt er mich, kaum, dass ich ihm geöffnet habe. &quot;Ich weiß nicht&quot; entgegne ich fast ehrlich, &quot;bei wem haben Sie denn geklingelt?&quot; Ich werde ungeduldig und schließe die Tür vor soviel Verkaufsungeschick. Im Hintergrund kichert meine Nachbarin. Nasshaarig und im Bademantel hat sie belustigt das Haustürgespräch belauscht. Ich berichte ihr noch schnell das Neueste aus ihrer Nachbarwohnung und ich meine in ihren Augen gesehen zu haben, dass sie hin und wieder auch glaubt, dass ich nicht weiß, wer ich bin. Wir beenden lachend die Session. Die Türen schließen sich hinter uns. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanft entledigt der Regen sich seiner feuchten Schleier, vorsichtig, um dem jungen Frühling nicht zu schaden, der in meinem Garten schlummert zwischen all dem frischen Grün und Weiß und Gelb und Rot ... Satie passt gut dazu denke ich, lehne mich weit aus dem Fenster und suche den Anschluß an meine Träume.&lt;br /&gt;
Und immer wieder schleicht sich eine Frage dazwischen  Wer bin ich? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-16T19:54:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4925505/">
    <title>Das Lied der Dämmerung</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4925505/</link>
    <description>Noch ist Dienstag, ein klitzekleines Stück Mittwoch lässt sich bereits erahnen. Für mich ist Sonntag, für dich nicht. Der neue Tag lauert zwischen den Zeigern der Bahnhofsuhr, unerbittlich, schlaflos, bereit, sich in meine Lider zu krallen, um sie nach oben zu reißen, bis zum Anschlag, bis die Wimpern die Augenbrauen berühren, sobald sie sich anschicken, über erschöpfte Augen zu fallen. Verkehrte Welt. Vorsichtig schlängle ich mich in deine Arme. Leise, ganz leise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dämmerung. Ich fände es schön, im Nebel zu verschwinden, sagst du. Ganz nebenbei. Schwarz-weiß und klar liegt der Morgen über den Feldern, kein Nebel, kein Regen. Hinter Hannover kriecht die Sonne langsam aus fedrigen Wolken. Die meisten Farben schlafen noch, auch die Geräusche des Tages. Ein Vogel im glänzenden Hochzeitsstaat findet um halb sechs seine Stimme wieder. Laut und durchdringend schreit er sich ins Gehör seiner Angebeteten. Meinetwegen musst du das Fenster nicht schließen. In dein Erwachen gebettet, belausche ich den Monolog des Schwätzers im kahlen Gebüsch vor dem Haus. Deine Nacht ist vorbei. Für mich beginnt sie. Schlummer, süß und schwer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gib mir noch einen Kuss. Dreh dich noch einmal um. Und zieh die Tür einfach zu, wenn du gehst ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
......................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-14T10:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4899155/">
    <title>ES HAT SICH DOCH GELOHNT ...</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4899155/</link>
    <description>Kurz nach sieben lässt mich die Sonne nicht mehr schlafen. Eigentlich lässt sie mich schon, aber ... Ich quäle mich aus dem Bett, quäle mich in die Küche, quäle mich ins Bad. Qualvoll. Unausgeschlafen. Übernächtigt. Nichts Neues. Während die Kaffeemaschine geräuschvoll das Gebräu bräut und der Toaster mich gemahnt, nach dem Toast zu sehen, komme ich unter der Dusche zu mir. Kaffeearoma vertreibt den letzten Zipfel der Nacht. Langsam finde ich an dem Morgen gefallen und beim Frühstück in Modezeitschriften blätternd sogar ein passendes Outfit für die Hochzeit meiner Freundin. Ich träume ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es klingelt. An der Haustür. An der Wohnungstür. Es ist tatsächlich für mich. Es ist Satie. &lt;br /&gt;
Genau der richtige für diesen Moment, obwohl ich eigentlich etwas anderes im Auge hatte.&lt;br /&gt;
Ausdrucksstark und doch beruhigend ist er. So beruhigend, dass mich die Knibbelei nicht besonders stört, seine Gefährtin auszupacken, die sich, in Folie verschweißt, sträubt, mir ihr Inneres zu zeigen. Ich hätte vom Frühstückstisch aufstehen und ihr mit brachialer Scherengewalt zu Leibe rücken können. Ich knibbele weiter. Satie kam nackt. Und das war gut so. So konnte er sofort mit seinem Konzert beginnen. Wunderbare 71 Minuten Klaviermusik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Patti ist das anders. Nicht, weil sie sich bedeckt hielt. Nein, oder vielleicht gerade deshalb. Blieb doch so der Geruch ihres bedruckten Kleides noch unverfälscht, frisch. Ich liebe diesen Duft. Ja für mich ist es Duft. Und ich gerate in Verzückung. Jedes mal. Kannst du das verstehen? Wenn Augen- und Nasensinn eine Liaison eingehen und sich in Genuss verwandeln. Hochgenuss, wenn dann auch der Hörsinn zu seinem Recht kommt. Kaum zu beschreiben. Hast du sie neulich gesehen? Im Fernsehen? Auf Arte? Deine Worte, dein Leben mit meinem Blut nachgezeichnet ... Sagte das nicht Rimbaud? Egal, es spiegelt das Empfinden wieder, dass mich beschleicht beim Hören der Musik und Lyriks von Patti. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holy, holy, holy ... Es hat sich also doch gelohnt, heute so früh aufzustehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-30T08:15:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4895989/">
    <title>SEKT UND ZITRONENEIS</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4895989/</link>
    <description>Ich kann mir mein Leben auf angenehmere Art versauen - wütend legt sie den Hörer auf und schnappt sich die letzte Flasche Sekt aus der Kiste. Es reicht mal wieder. Warum setzt alle Welt Ehrgeiz daran, sie zu verkuppeln. Also, nicht für nebenbei mal etwas Nettes,  Aufputschendes ... Nee, nee,  so richtig und für immer und so. Ist das nun Neid auf nur durch Broterwerb eingeengte Freiheit oder Mitleid hinsichtlich so oft heraufbeschworener Einsamkeit eines späten Singlesdaseins? Oder Angst ... Ein nächste Gedanke gilt dem  Latschen, der im Weg liegt. Er bekommt einen Tritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut fällt die Tür ins Schloss. Sie schaut in den Briefkasten, sortiert Werbeflut von echter Post. Dann schließt sie die  Zweizimmerwohnung gleich unterm Dach auf,  vor knapp einem Jahr noch Schauplatz ellenlanger Gespräche und nicht enden wollenden Gelächters. Endorphinlastig, alkoholgeschwängert, respektlos. Sie öffnet die Fenster, gießt die Pflanzen, auch die karg beblätterten Strünke, setzt sich auf den zu behütenden Balkon. Nestsitting. Der Single beging Fahnenflucht. Verräter!&lt;br /&gt;
Ja, es hätte ein schöner Tag werden können. Sie blinzelt in die Sonne, die sich anstrengt, ihr Gemüt zu besänftigt. Sekt mit Zitroneneis für die Seele, Consuelo fürs Herz und eine komfortable Sonnenliege für den winterkäsigen Körper. Während sie hingebungsvoll in Nußöl, schönen Worten und interessanten Details badet, verbeißt sich Clärchen in ihrem Genick und wird später  für einen Sonnenbrand verantwortlich zeichnen. Sie dreht sich auf den Rücken, blickt den nächsten Stunden trotzig ins Gesicht. Alles wird flüssig, das Eis, das Hirn, der Körper. Es tropft Schweiß und süße Träume. Irgendwann geht der Sekt zur Neige und die Sonne weg und es stellt sich erwartungsgemäß der Brand ein.  Sie verlässt den Szene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na siehst du, war doch mal wieder ein schönes Wochenende, sagt sie später der rotgesichtigen Dame im Spiegel, stellt vorsorglich einen Eimer mit Eiswürfelwasser neben das Bett und nimmt zwei Handtüchern zum Wechseln mit. Am folgenden Morgen wird ihr ein Kater Gesellschaft leisten. Davon will sie jetzt aber noch nichts wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Telefon klingelt. Sie ignoriert es. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
......................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>sie</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-28T21:57:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4889151/">
    <title>DIE PARTITUR DER NACHT</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4889151/</link>
    <description>(Erste Besetzung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rot versteckt der Mond sich hinter Wolkenfetzen. Zwischen den Schornsteinen duckt sich die Nacht. Schlaf regiert. Es ist halb drei. Auf den langen Fluren folge ich der Ruhe, die aus den Schlüssellöchern zu kriechen scheint. Kleine Seufzer, leises Schnarchen, hin und wieder ein kichernder Traum. Vielleicht noch ein vergessener Fernseher. Auf Tastendruck ein gewaltiger Wasserfall. Sonst nichts. Nur der Gesang der Stille, der durch geöffnete Fenstern in die Dunkelheit flieht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frische kühle Luft drängt an mir vorbei. Schnell hat sie den Atem des vergangenen Tages aufgesogen, pfeift durch Türritzen, klappert sich durch Ventiltoren, bläht raschelnd Gardinen auf. Hinter mir Schritte, vorsichtig, unsicher. Flüsternde Gespräche begleiten uns zurück ins Zimmer. Sachtes Schmatzen eines Gutenachtkusses. Noch etwas Musik? Klavier oder Streicher? Sie entscheidet sich für den tropfenden Wasserhahn und das Ticken ihrer Uhren. Vertraute Geräusche. Die Tür knarrt beim Schließen. Eine andere öffnet sich, kaum hörbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bremsenquietschen zerreißt das friedliche Bild. Die Zeitung bringt einen neuen Tag - schwarz auf weiß. Ich vermisse heute das gleichmäßige Fauchen der Autobahn, das Schreien der Martinshörner weniger. Sie kommen nicht vor in der Partitur dieser Nacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
........................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>Gute-Nacht-Geschichten</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-25T17:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4866111/">
    <title>WAS ZWISCHEN DEN ZEILEN STEHT</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4866111/</link>
    <description>Meinen ersten Liebesbrief erhielt ich mit ca. vierzehn Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren in Ribnitz-Damgarten, Klassenfahrt. Und wir wollten das Leben kennen lernen. Das Rauchen, den Alkohol weniger, aber das andere Geschlecht auf jeden Fall. Es gab genügend Büsche am Ort, die unsere Experimentierfreudigkeit verbargen und eine wachsame Lehrerin, die oft genug ein Auge zudrückte. Damals glaubten wir, sie ausgetrickst zu haben. Jahre später lachten wir gemeinsam darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meinen ersten Liebesbrief erhielt ich einige Tage nach unserer Rückkehr nach Berlin.&lt;br /&gt;
Vom Sohn des Küsters. Das passte ganz und gar nicht. Ich bin atheistisch erzogen, eine damals allem gegenüber Ungläubige, in Glaubensfragen Intolerante. Und ich hatte den Briefschreiber kaum bemerkt. Unscheinbar erschien er mir. Ich konnte mich nicht an sein Gesicht erinnern, noch daran, was er sagte oder wie er mich ansah. Er schrieb nicht von Liebe oder Begierden, nicht von meinen körperlichen Vorzügen, pries nicht die Beweglichkeit meines Geistes oder die Farbe meiner Augen ... &lt;br /&gt;
Er schrieb von Büchern, die er gern liest, vom letzten Film im Kino, von Dingen, die ihn bewegen und ausmachen - als ein um Freundschaft buhlender, Gleichrangiger, nicht als Jäger und  oder Ausleger klebriger Fallen, das gefügige Opfer einzuspeicheln und anschließend zu vernaschen. Damals fand ich das langweilig. Damals fand ich es geradezu nichtachtend, meine erblühende Weiblichkeit zu ignorieren. Und ich fand es mehr als gerecht, nicht darauf zu antworten,  den Brief als Beweis dieser Schmach sofort zu vernichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute hätte ich meinen ersten Liebesbrief gern noch einmal gelesen. &lt;br /&gt;
Und besonders das, was ich damals nicht lesen konnte - das, was zwischen den Zeilen stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
......................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>ich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-16T07:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4860078/">
    <title>SEI GEGRÜßT,BOMA</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4860078/</link>
    <description>Ich möchte dir einen Brief schreiben. Ich schreibe dir einen Brief. Und ich lasse ihn offen, weil ich denke, es betrifft Gedanken, über die man sich ruhig mal Gedanken machen kann ...&lt;br /&gt;
Also dann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guten Morgen, &lt;a href=&quot;http://abendglueck.twoday.net/&quot;&gt;&lt;b&gt;Gedankenkramer&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gedankenverloren starre ich in meine riesige Kaffeetasse. Vom starken Kaffee blieb nur noch der Satz, den ich jetzt durch langsames Kreisen am Tassenrand entlang kriechen lasse. Ob ich es schaffe, den Rand zu benetzen, ohne dass von dem krümeligen Satz etwas auf den Boden fällt? Tiefes Durchatmen, man könnte sogar sagen Seufzen. Es wird Zeit, etwas zu tun, lese ich im Kaffeesatz, es wird Zeit, abzuwaschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abwaschen ist nicht nur abwaschen. Abwaschen ist mehr. Ich pfeife Lili Marleen vor mich hin, der Ohrwurm kam wieder zurück und in Bruchstücken auch der Text ... &lt;i&gt;aus dem stillen Raume, aus der Erde Grund, hebt mich wie im Traume&lt;/i&gt; ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Gedanken verheddern sich in deinem letzten Beitrag. Es geht ums Träumen, Erwachen, Wachen - Ich lese die ersten Zeilen ein ums andere Mal. Mit jedem weiteren erschließt sich mir dieses wunderbare Bild des Schlafenden unten am Waldboden mehr - halbdunkel, weiches Moos, nur einige gefilterte Tropfen der gierig um sich greifenden Realität erreichen ihn. Das Blattwerk ist gnädig, schützt den Träumer. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Erwachen hob mich förmlich langsam empor wie einen Taucher aus der Düsternis der Tiefe, während mir der Schlaf die Schwere gegeben hatte, hinab zu sinken. &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wasser wird kalt, während ich mir zu meinen Gedanken Notizen mache, um sie anschließend in Ruhe zu ordnen. &lt;br /&gt;
Ich schleudere ins nächste Level - Wirklichkeiten und deren Interpretation, Illusionen. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Vielleicht ist die Wirklichkeit nur ein &quot;Klar-Traum&quot; unseres Gehirns, welchen wir mit den Lebewesen teilen, deren Gehirne dem unseren ähnlich sind.&lt;/b&gt;  ... &lt;br /&gt;
Ich singe leise vor mich hin - ... &lt;i&gt;Unsere beiden Schatten sah&apos;n wie einer aus, daß wir so lieb uns hatten&lt;/i&gt; ... . Inzwischen bekomme ich sogar den Text wieder zusammen. &lt;br /&gt;
Und inzwischen gehe ich auch davon aus, dass unterschiedliche Wahrnehmung der Wirklichkeit und das Abstürzen aus den Träumen dafür verantwortlich zeichnen, dass Liebende sich trennen. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich träume, mein Wach-Sein ist eine Illusion. Ich lebe in einer Illusion, die darum wirklich ist, weil ich sie mit vielen anderen teile.&lt;br /&gt;
Und das ist vollkommen in Ordnung für unser Leben, wie es in Ordnung für das Leben anderer Kreaturen ist, die aufgrund ihrer Andersartigkeit in anderen Wirklichkeiten/Illusionen leben. Leben ist,  sich die Wirklichkeit erträumen. Leben ist Interpretationssache.&lt;/b&gt; Ja. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Oder doch? Auf jeden Fall ist es ein schöner, interessanter Ansatz und würde vieles erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... &lt;i&gt;Schon rief der Posten: Sie blasen Zapfenstreich,&lt;/i&gt; ...  Es ist kurz vor sieben (abends), ich habe den Tag nicht verschlafen, ich habe mehr daraus gemacht, habe mich in deinen Gedanken gesielt, in Illusionen verstrickt. Einiges werde ich mitnehmen in die Nacht. Es ist die letzte in diesem Ritt. Drei Tage Ruhe, drei Nächte am Laptop. Dann wieder von vorn. ... &lt;i&gt;deine Schritte kennt sie, deinen schönen Gang. alle Abend brennt sie, mich vergaß sie lang.&lt;/i&gt; ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergessen ... Habe ich mich dazu schon geäußert?&lt;br /&gt;
Vergessen ist wie eine OP am offenen Herzen. Glaube ich zumindest. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darf man ein PS vor den Gruß setzen? Ich tue es einfach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS:&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Somit verschlafen wir unser ganzes Leben. Ist diese Vorstellung nicht köstlich? Der Tod würde dabei das Erwachen aus dem Leben bedeuten.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das ist sie - köstlich, diese Vorstellung. Und in diesem Sinne  schleiche ich mich jetzt davon.  Mit den besten Grüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Nacht &lt;br /&gt;
Luna&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>offene Briefe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-13T17:28:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4858351/">
    <title>GUTEN MORGEN, PÜPPCHEN</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4858351/</link>
    <description>Leises Schnarchen begrüßt mich und eine Perücke über der Blumenvase. Sie war also doch wieder unterwegs ... Und jetzt schläft sie. HEUTE schläft sie noch. Und dabei hätte ich gerade heute viel Zeit für sie gehabt. Die Nacht war ruhig und es war auch nichts beunruhigendes mehr zu erwarten. Eine Weile ruht mein Blick auf den entspannten Gesichtszügen der Schlafenden. Schönheit liegt im Schlaf. Ungekünstelt, unverkrampft. Alles sträubt sich in mir, sie zu wecken. Ich gehe ins Wohnzimmer, sehe mich um, bestaune Trophäen eines fast abgeschlossenen Jahrhunderts. Afrikanischer Schmuck neben Buddhafiguren, wenige Bilder, geschmackvolle Sparsamkeit. Keine unechten Blumen, dafür ein ziemlich ramponierter beblätterter Gesprächspartner, der immer wieder seinen Platz wechseln muss ... Heute steht er auf dem Balkon - ob er das überlebt. Ich öffne die Balkontür, den blättrigen Freund rette ich ins Zimmer. Auf dem Weg ins Schlafzimmer verfängt sich mein Blick im Bücherregal. Marquez, Walser, Brecht, Klaus Mann, Kunstbände dichtgedrängt und Reiseberichte aus aller Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ziehe Vorhänge auf, mache Lampen an ... sie wird unruhig. Sanft streichele ich sie in den neuen Tag. Einer der schönsten Augenblicke, Entschädigung für alle Strapazen - sie schlägt die Augen auf und strahlt mich an. Guten Morgen, Püppchen. Sie hat keinen anderen Kosenamen, nicht Charlie, nicht Lottchen. Nur Püppi, Püppchen. So nannte der Vater sie. Sie hört es gern. Smalltalk auf dem Weg ins Bad. Wasserschlacht im Bad. Sie kann so herrlich genießen, prustet und lacht unter der Dusche. Ich singe. In der dritten Etage wurde mir ein Ohrwurm angehängt, nachdem er dort die ganze Nacht war.  Ich gebe ihn weiter. Und zum ersten mal höre ich sie singen, Lili Marleen. Es stört mich nicht, dass ich klitschnass bin, sie schon - nun zieh dich schon aus, du bist doch schon ganz nass - und besorgt schiebt sie hinterher - hast du was zum Umziehen dabei. Grenzen verschwimmen, Familie, Freundin, Pflegerin. Manchmal bin ich alles.&lt;br /&gt;
Haben sie diese Bücher gelesen, frage ich. Den Marquez und den Walser? Meine nächste Frage wird von einem klaren Nein gestoppt. Nein? Und warum stehen die dort? Ich weise auf das Bücherregal. Sie lacht. Es ist dieses spitzbübische kleine Lachen ... Warum? warum nicht? Die sehen doch gut aus ... Ich denke an meine gesammelten Werke im Bücherschrank und fühle mich ertappt. Und was haben Sie dann gelesen? Thomas Mann, kam es wie aus der Pistole geschossen und ebenso schnell: Das dachte ich mir. - aus meinem Munde. Mir fällt meine Großmutter ein, Ähnlichkeiten mit dieser kleinen, zierlichen Dame. Wir sitzen auf dem Bettrand, baumeln mit den Beinen. Das Wasserglas in der einen, die Tabletten in der anderen Hand, hängt sie ihren Gedanken nach. Ich laufe hinterher. Und welches Buch von Thomas Mann ... Ich komme nicht weiter. Wie so oft ist sie meinen Gedanken auf der Spur. Ich glaubte schon, Joseph auf ihren Lippen zu lesen ... Nein, es war ein Grinsen, das Katzengrinsen meiner Großmutter. Willst du ein Buch über mich schreiben? Sie sieht mir über die Schulter ins Gesicht, sucht das JA und findet eine heruntergefallene Kinnlade. Ich verschlucke mich an ihrem Lachen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder sollte ich ihr sagen, dass ich schon seit Tagen über sie schreibe?</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>Gute-Nacht-Geschichten</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-12T16:22:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://causerien.twoday.net/stories/4853971/">
    <title>SEELENWANDERUNG</title>
    <link>http://causerien.twoday.net/stories/4853971/</link>
    <description>Als ich die Schicht übernahm, wurde es bereits dunkel. Kampf der Laternen gegen den schwindenden Tag. Patt im Dämmerlicht. Du sagtest, wenn wir schlafen, verlassen unsere Seelen den Körper. Ganz nebenbei sagtest du das, so als ob ich das schon längst wüsste, als ob jeder das wüsste. Ich wusste es nicht. Aber ich hatte oft einen Verdacht, dem ich nie folgte - zu schnell stürzte ich ins Wachsein. &lt;br /&gt;
Die Tür fiel ins Schloss hinter dir. Ohne Fragen, keine Antworten. Ruhigen Dienst ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrouille auf nächtlichen Fluren. Alles schläft, keine Menschenseele. Ich begegne ihr in der dritten Etage. Sie schlendert von Tür zu Tür, liest die Namensschilder, schüttelt hin und wieder den Kopf. Ich beobachte sie eine Weile, gebe mich zu erkennen. Bist du schon lange hier, fragt sie. Ja, ich habe auf Sie gewartet. Wir gehen langsam zum Fahrstuhl. Warum hast du nicht wieder geheiratet? Du bist doch noch jung. Ich hole tief Luft und bevor ich antworten kann, lacht sie schon wieder ... Verstehen ohne Worte. Seelenverwandtschaft? &lt;br /&gt;
Ich bringe sie zu Bett, zum zweiten mal in dieser Nacht. Schlaf schön mein Engel und träume süß ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nacht trollt sich, macht dem Tageslicht und der nächsten Schicht Platz. Ruhig war es heute. Nicht viel, was ich in den Feierabend mitnehmen muss - eine leere Thermosflasche, eine leere Brotdose ... Der Morgen ist kühl, aber mir wohl gesonnen.  Kein Nebel, kein Kratzen an der Windschutzscheibe, eine Umleitung wird ignoriert - ich kenne sie, sie kommt jeden Donnerstag hier vorbei. Nur noch ein kurzes Stück durch den Frühling und ich bin zu Hause. M. ist schon auf dem Sprung, kurz vor dem Urlaub. Blumengießstrategien, Schlüsselübergabe. M. hat Sehnsucht nach der Sonne und der Wärme am Mittelmeer. Mir reicht fürs erste die Wärme meines Bettes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Sperenzchen, Katzenwäsche, Decke über die Nase. Manchmal kann ich es fühlen, das Einschlafen. Sanftes Fallen, ganz leicht werde ich ... mehr als sechzig Kilo, die nicht zu mir gehören. Wie war das doch gleich mit den Seelen, wenn wir schlafen?&lt;br /&gt;
Ich versuchte mir vorzustellen, wo sie wohl hingehen. Treffen sie sich alle irgendwo, oder geht jede woandershin? Schlüpfen sie in einen anderen Körper oder hocken sie in den Bäumen? Wohin geht meine? Geht sie oder fliegt sie? Wie ist das, wenn ich nicht schlafen kann? Weiß die Seele dann nicht wohin? Und wenn ich nach kurzer Zeit wieder aufwache, ist sie dann nur bis ins Nachbarhaus gekommen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal verschlafe ich auch ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
................................................</description>
    <dc:creator>Luna in flagranti</dc:creator>
    <dc:subject>Gute-Nacht-Geschichten</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Luna in flagranti</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-10T16:58:00Z</dc:date>
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